30 Mrz

Der Adel (aus meiner Sicht)

Aus dem Rigsmal- Das Lied von Rig wissen wir, das Heimdall (Rigr) die drei Stände Thräle (Knechte), Karle (Freie) und Jarle (Adel) gezeugt hat. Dazu möchte ich erst mal zwei bemerkenswerte Dinge anmerken:

1. Heimdall fand drei Paare vor. Die Menschen ansich waren schon erschafft, es ist also keine andere Version zur Schaffung der Menschheit (Ask und Embla).
2. Alle drei, so entstandenen Linien, sind von der gleichen göttlichen Abkunft (nämlich von Heimdall).Dabei ist aber besonders interessant, das dass dritte Paar sich besonders von den beiden vorangegangen unterschied, was Reichtum und Erlesenheit anbelangte. Durch diesen, ich nenne es mal Edelmut, wurde diesem Paar die Ehre zuteil Urahnen der Jarle d.h. Der Edlen bzw Adligen zu werden und daher rührte der Führungsanspruch des heidnischen Adels, denn für diese Aufgabe wurden sie von Heimdall erschaffen. Das besondere an diesem Adel war aber, das er nicht losgelöst von den anderen Ständen war. Ganz im Gegenteil, sie waren sogar dazu angehalten ihren Adel immer wieder neu zu beweisen, um dadurch ihre Herrschaft zu rechtfertigen. So kann man beim heidnischen Adel wohl vom Grundsatz sprechen: „Adel wird durch das Tun bewiesen und nicht alleine von der Abkunft.“Diese Erkenntnis ist sehr wichtig, denn nun kommt eine brutale Zäsur: Die Christianisierung. Durch das Christentum bzw die Kirche erhalten die Adligen die Werkzeuge, um sich von der Bindung des „einfachen“ Volkes unabhängig zu machen. Denn laut Kirche sind sie ja von Gottes Gnaden und daher dem Volk maximal noch indirekt verantwortlich. Somit konnten also die jetzt christlichen Adligen ihre Machtstellung betonieren, mussten sie sich ja jetzt nicht mehr ständig neu beweisen. Dies hatte aber noch eine weitere, schwerwiegende Folge: Der Adel wurde nun auch seiner sakralen Funktion beraubt, natürlich nur schleichend und in den verschiedenen Teilen Germaniens unterschiedlich stark ausgeprägt, aber durch die Christianisierung wurde ja auch ein neuer Stand geschaffen: Der Priesterstand. Diesen Priesterstand, so wie ihn die katholische Kirche einführte, existierte vorher ja überhaupt nicht. Die besondere Verbindung zu den Göttern und die Ausführung der göttergefälligen Riten waren ja Bestandteil des adligen Daseins.Darin liegt sicherlich auch etwas ironisches. Denn nicht nur aus rein heidnischer Sicht verlor der Adel so die Verbindung zu den Göttern, sondern auch rein spirituell betrachtet verliert der Adel so an Bedeutung. Zumindestens der Teil des Adels, der jetzt zu den „weltlichen“ Herrschern gehört.

Eines haben aber der klerikale und der weltliche Adel gemeinsam: Sie besitzen keine göttliche Legitimation, weil sie durch ihr Bekenntnis zum Christentum Verrat an den Göttern geübt haben. Durch diese Entwicklung kann der heutige Adel auch keinen Herrschaftsanspruch geltend machen, zumindestens keinen göttlich legitimierten. Vor allem auch, weil es schlicht kein Adelsgeschlecht mehr gibt, welches sich noch auf heidnische, das heißt göttliche Wurzeln stützen kann. Das älteste Adelsgeschlecht Europas, ist das der Welfen. Die frühste Erwähnung findet dieses Geschlecht im 8. Jahrhundert und da war es auch schon christlich.

Bedeutet das nun, das es also eigentlich garkein Adel mehr gibt?

Nein, es bedeutet aber, das Titel alleine überhaupt keine Aussagekraft haben. Wer sich adliger Abkunft wähnt, muss dies beweisen. Das bedeutet, sich vom christlichen Adelsverständnis zu befreien und sich zurück zur Maxime: „Adel wird durch das Tun bewiesen und nicht alleine von der Abkunft.“ Dabei ist dann auch folgender Aspekt interessant: Die Menschen, die möglicherweise auch noch tatsächlichem heidnischen Adel entspringen, werden heute garkeinen Titel tragen. Da man wohl davon ausgehen darf, das damals jeder Adlige seiner Besitztümer verlustig gegangen ist, der an den Göttern ernsthaft festgehalten hatte.

30 Mrz

Meine Gedanken zu Frigg

Frigg ist eine äußerst komplexe und vielschichtige Göttin und in diesen beiden Punkten ihrem Gemahl Odin sehr ähnlich. Sie ist Göttin des Weiblichen bzw dem mütterlichen, fruchtbaren Aspekt der Weiblichkeit und Göttin der Erde und dahin gehend weiter auch Göttin der Heilung.
All diese Aspekte stehen in einem engem Verhältnis zusammen, so sagen wir ja zb heute noch „Mutter Natur“ oder „Mutter Erde“.

Ich neige auch immer ein bisschen zu sagen, das, wenn Odin Allvater ist, dann ist Frigg Allmutter, auch wenn dies natürlich nicht ganz korrekt ist. Doch kommt diese Bezeichnung Friggs Stellung unter den Göttern und für uns sehr nahe. Denn ohne die Natur/Erde könnten wir nicht leben. Durch das Zusammenspiel von Himmel (Odin) und Erde (Frigg) wird ja Leben auf Midgard ja erst möglich. Doch die Erde hat eben nicht nur diesen lebensspendenden Aspekt, sondern auch einen heilenden und auch der Aspekt des Todes gehört zur Mutter Natur und gerade wegen diesen vielen unterschiedlichen Aspekten, begegnet uns Frigg auch unter vielen verschiedenen Namen, auch hier ist eine gewisse Ähnlichkeit mit Odin gegeben. So sind zum Beispiel Jórd, Perchta und Frau Holle
einfach weitere Namen von Frigg bzw bezeichnen sie in ihren verschiedenen Aspekten

Recht häufig lese ich davon, das Jórd, Perchte und gerade auch Frau Holle, alles eigenständige Göttinen verehrt werden. Das dies geschieht ist jetzt nicht zwangsläufig schlimm, da man mit den verschiedenen Namen ja auch sich besser auf die verschiedenen Aspekte Friggs konzentrieren kann. Dennoch verbergen sich unter den verschiedenen Namen immer Frigg.

Jórd bezeichnet Frigg in ihrem riesischem Aspekt, als Erdgöttin. Hier dann aber nicht der fruchtbare, lebensspendende Aspekt der Erde, sondern einfach die Erde/Natur von ihrer neutralen Seite. Mit Jórd zeugt ja Odin Thor —> Blitz entsteht durch das Zusammenspiel von Himmel (Odin) und Erde (Jórd). Das hier Frigg, als Jórd auftaucht hat einen einfachen Grund: Die Zeugung Thors war jetzt kein Lebensspendender Akt an sich, denn ein Blitzeinschlag ist ja eher negativ behaftet. Dieses Prinzip Ase = Gut, Riese = Neutral und Thurse = Böse finden wir überall in den Mythen.

Wirklich interessant Friggs Erscheinung, als Frau Holle. Denn Frau Holle beschreibt Frigg in ihrem Aspekt als Göttin des Todes. Schon Jacob Grimm und später auch die Germanistin Erika Timm identifizieren hinter Frau Holle Frigg. Holle heißt, die Huldvolle oder Holde (lässt sich auch mit verhüllende übersetzen, was auch sehr gut passt) und in der Voluspa finden wir Holle unter dem Namen Hlyodin. In der Gylfaginning können wir weiter lesen, das Hlyodin Jórd entspricht.

Das Frigg eben auch Totengöttin ist erklärt dann Gylfaginning 20:

Seine Frau heißt Frigg und weiß aller Menschen geschick, obgleich sie es keinem vorhersagt.

Denn als Göttin der Erde kommen ja alle Toten zu ihr. Was mich dann nämlich weiter dazu führt, das zwischen Hel und Frigg eine sehr enge Verbindung besteht. Hel ist nämlich zuerst einmal nur die Beschreibung des Totenreiches ganz allgemein. Rein mal sprachlich betrachtet, könnte man sagen: Hel = Reich von Frau Holle. Beide Begriffe haben den gleichen Wortstamm der eben verbergen/verhüllen bedeutet. Man spricht ja auch heute noch vom „Jenseitsschleier“ der ja nichts anderes tut, als die Welt der Toten zu verhüllen. Naturmythologisch betrachtet nimmt die Erde die Toten in sich auf (Beerdigung, Verwesung usw) und verbirgt sie somit vor uns.

Interessant ist auch, das Hel, als Riesein, wohl so nur von unseren nördlichen Ahnen erkannt wurde. In den südlichen Gebieten hingegen nicht. Auch dies ist aber nicht automatisch ein Widerspruch, denn bemerkenswerterweise wird Hel ja oft so dargestellt, das eine Körperseite „normal“ ist und die andere blau. Frigg wird häufig mit einem blauen Kleid dargestellt.

30 Mrz

Dein Lächeln

Dein Lächeln

Lichter Glanz

Lässt mein Herz tanzen

Lässt mich meine Sorgen vergessen

Dein Lächeln

Ist mein Licht

Schenkt mir Leichtigkeit

Schenkt mir Lust

Lust auf das Leben

Lust an Dir

Lust an uns

Habe ich nur einen Wunsch

Eine Bitte

So schenke mir ein Lächeln

Bitte Lächel für mich

©Ancarus (Sascha Diederich)

30 Mrz

Týr

Übersicht

Týr ist Gott des Krieges, der Tapferkeit, der Kühnheit und des Things. In der Gylfaginning können wir über ihn lesen:

Der Hohe sagte: „Es gibt noch einen Asen, der Tyr heißt. Er ist am kühnsten und berherztesten, un er bestimmt sehr stark über den Sieg in Schlachten. Für tapfere Männer ist es gut, ihn anzurufen. Man sagt, daß der tyr-mutig ist, der den anderen Männern voraus ist und sich nicht vorsieht. Er ist auch so klgut, daß gesagt wird, derjenige sei tyr-weise, der außerordendlich klug ist.

Der Name und Stellung

Etymologisch bedeutet Týr schlicht „Gott“. Da die griechischen und römischen Namen „Zeus“ und „Jupiter“ aus der gleichen „Wurzel“ wie Týr entstammen, gehen viele Wissenschaftler davon aus, das Týr einst höchster Gott war und später von Wodan/Odin abgelöst wurde.
Dieser Vorstellung muss ich klar widersprechen, sind doch schon unsere Überlieferungen da ganz eindeutig. Desweiteren gibt noch ein weitere Indiz: So zeigt zum Beispiel das Felsbild von Litlesby (Aus der Bronzezeit) eine Gottheit mit Speer. Das bemerkenswerte an dem Bild ist, das es zu einer Reihe weiterer Götterdarstellungen gehört, die anderen aber alle an Größe überragt. Für mich ein Hinweis, das es eben der größte/höchste Gott hier dargestellt wird und der Speer ist ganz eindeutig das Attribut von Odin/Wodan. Was wiederum auch von verschiedenen Wissenschaftlern auch so gesehen wird. Wir sehen also, auch das Bild der Wissenschaftler ist da garnicht so eindeutig, wie es mitunter gerne behauptet wird.

Ich denke das Týr in Urzeiten „nur“ ein Titel war. Noch heute kennen wir ja Hangatýr oder Fimbultýr als Beinamen von Wodan/Odin. Dementsprechend halte ich es auch für möglich, das Wodan/Odin in Urzeiten Tiwaz (das urgemanische Wort aus dem sich Tyr entwickelt hat) war. Unsere urältesten Ahnen Wodan/Odin also erstmal nur unter seinem Titel kannten bzw verehrten. Irgendwann später änderte sich dies und unsere Ahnen fingen an Allvater mit seinem Eigennamen zu verehren. Gleichzeitig ging der Eigenname des Gottes, den wir heute als Týr kennen, verloren bzw der einstige Titel wurde zum Eigennamen.

Herkunft

Scheinbar gibt es da widersprüchliche Aussagen in den Quellen. So sagt in der Hymiskvidha Tyr selbst Hymir (ein Riese) sein Vater sei.

In der Gylfaginning und im Skáldskaparmál können wir jedoch lesen, das Týr Ase und Odins Sohn ist.

Nun ist es aber auch, das am Ende der Hymiskvidha Thor Hymir tötet. Wäre nun Hymir tatsächlich der Vater von Tyr gewesen, hätte Tyr diesen Tot rächen müssen. Dies tut er aber nicht und somit muss „Vater“ hier anders gemeint sein. Vielleicht in Richtung „väterlicher Freund“ oder „Ziehvater“

Dazu kommt das alle (männlichen) Götter asischer oder vanischer Herkunft sind. Die einzige Ausnahme bildet da Loki, doch kommt bei Loki seine riesische Herkunft in den Mythen auch klar zum Vorschein, was bei Tyr nun mal gar nicht der Fall ist.

5 Jan

Die heidnische Ehe

In den letzten Monaten ist in meinem Umfeld immer wieder mal das Thema Ehe und Hochzeit aufgetaucht. Das hat mich nun dazu geführt, mir mal ein paar Gedanken zur „heidnische Ehe“ zu machen, welche ich nun hier gerne vorstellen möchte.

Die Stellung der Frau bei unseren (heidnischen) Ahnen

Die Ehe zur Zeit unserer Ahnen kann nur betrachtet werden, wenn man die rechtliche Stellung der Frau zu jener Zeit versteht. Denn die Ehe hat zwar eine spirituelle und von den Göttern gesegnete Dimension, in weiten Teilen ist sie jedoch rein gesellschaftlich geprägt. Daher nun kurz etwas zur damaligen Stellung der Frau:

Frauen galten damals nicht als Rechtsfähig. Aufs heutige Recht bezogen, hatten Frauen den gleichen bzw ähnlichen Status, wie ihn heute Minderjährige besitzen. Dieser Umstand ist aber (nach meiner Auffassung) nicht göttliches Gebot, sondern einfach den Umständen der damaligen Zeit geschuldet. Damals gab es keine zentrale Staatsgewalt, welche für den rechtlichen Ausgleich aller Gesellschaftsmitglieder Sorge trug und somit herrschte das Recht des Stärkeren.

Im Gegensatz zur den frühen christlichen und muslimischen Gesellschaften, führte dieser Umstand bei unseren Ahnen jedoch nicht zu einer Unterdrückung der Frauen oder besser ausgedrückt, die Unterdrückung der Frauen war nicht das Ziel der germanisch heidnischen Gesellschaft.

Auch wenn es nach heutigen Maßstäben merkwürdig erscheint, war es doch so, das diese rechtliche Stellung die Frau schützte. Denn dieser rechtliche Status der Frau führte dazu, das (vor der Hochzeit) die Frau unter der „Munt“ des Vaters stand. „Munt“ ist hierbei ein alter Begriff, welcher nichts anderes als „Schutz“ bedeutet. Der Vater war also zum Schutz seiner Tochter verpflichtet.

Bei der Ehe ging dann diese Schutzfunktion vom Vater auf den Ehemann über. Der Ehemann hatte also nun die Verpflichtung seine Frau zu schützen.

Dem Umstand dieser „Muntschaft“ war es nun dann auch geschuldet, das damals Ehen in der Regel zwischen Brautvater und zukünftigen Ehemann vereinbart wurde. Denn die Auswahl des richtigen (Ehe)Manns war Teil der „Schutzaufgabe“ des Vaters.

Auch war die Heirat zweier Menschen auch immer dann eine Verbindung zweier Sippen, was der ganzen Entscheidung somit auch eine gewisse „politische“ Qualität gab und der Brautvater war ja auch immer Oberhaupt der Familie/Sippe.

Denn in Zukunft würden sich so nämlich beide Sippen zum gegenseitigen Beistand verpflichten.

(Dieser Abschnitt wäre auch absolut ein eigenes Thema wert)

Die Stellung der Frau Heute

Heute ist die rechtliche Stellung der Frau eine andere und im Gegensatz zu vielen andere gesellschaftlichen und religiösen Entwicklungen, eine konsequente Weiterentwicklung heidnischer Sitten. Dadurch das wir (als Gesellschaft) einen zentralen Rechtsstaat geschaffen haben, fällt auch die Notwendigkeit der Muntschaft gegenüber Frauen weg. Somit ist eine Frau ebenso rechtsfähig, wie der Mann und wie gesagt: „Dies widerspricht nicht göttlicher Vorsehung, sondern ist viel mehr dessen konsequente Umsätzung“.

Damit einhergehend wird es aber auch nötig eben jene germanischen Traditionen weiter zu denken, welche eben dem alten Rechtsverständnis noch geschuldet sind und somit muss sich dann auch logischerweise das Hochzeitsritual weiter entwickeln. Um dies nun tun zu können, müssen wir versuchen zu erkennen, was an der Ehe göttergewollt (was also nicht verändert werden darf) und was gesellschaftliches „Beiwerk“ (was frei gestaltet werden kann) ist und somit kommen wir zum nächsten Punkt.

Die spirituelle Bedeutung der Ehe

Hier möchte ich gerne vorab einen Textabschnitt zitieren, den ich mal an anderer Stelle gebracht habe:

Liebe ist das höchste und schönste Geschenk der Götter an uns. So ist Liebe nicht rein auf körperliche Zuneigung beschränkt, sondern berührt Seele und Geist, ist also auch eine spirituelle Größe. Daher ist es auch nicht verwunderlich, das gerade jene Menschen, welche als erleuchtet gelten, Liebe in besonderer Weise betonen.

So sehe ich es dann auch als göttlich gewollt an, das wir heute die Freiheit besitzen aus Liebe heiraten zu können. Etwas, was unseren Ahnen damals leider nur selten möglich war.

Ein Aspekt der Ehe ist somit die Heiligung der Liebe und die Erklärung gegenüber den Göttern, diese Heiligkeit anzuerkennen und zu leben.

Weiter bedeutet Ehe, das zwei Menschen fortan ein Heil teilen werden. Vor den Göttern ist das Ehepaar fortan auch eine Einheit. Dies Bedeutet, das dass eigene Handeln nun nicht mehr nur das eigene Heil mehrt, sondern auch auf das gemeinsame Heil Auswirkung hat. Gerade auch auf Hinblick gemeinsamer Kinder ist das ein enorm wichtiger Aspekt denn:

Gemeinsame Kinder profitieren vom Heil der Eltern oder haben darunter zu leiden, je nach dem.

So ist das Bekommen von Kindern auch tatsächlich ein ganz bedeutsamer (auch spiritueller) Aspekt der Ehe. Ich weiß, das diese Behauptung von mir, nicht dem aktuellen Zeitgeist entspricht, trotzdem bin ich davon absolut überzeugt.

Kinder sind das „fleischgewordene“ Symbol für die vollendende Vereinigung von Mann und Frau. In ihnen verbindet sich sowohl das Heil der Sippe des Mannes, als auch das Heil der Sippe der Frau und zu guter letzt das gemeinsame Heil des Ehepaars. Nicht umsonst sind Kinder so „Rein“ und „Unschuldig“.

Das bedeutet aber natürlich auch, das man bei der Eheschließung eben nicht nur für sich selbst Verantwortung trägt, sondern für die ganze Sippe.

Hochzeitszeremonie

Die heidnische Hochzeitszeremonie war früher vor allem Sache der Sippe. So leitete der Brautvater die Zeremonie und kein Priester oder Gode. Doch auch dieser Umstand hat primär mit der damaligen rechtlichen Stellung der Frau zu tun und muss somit auch überdacht bzw weiter entwickelt werden.

Aktuell gehe ich davon aus, das eine Eheschließung in dem Moment wirksam wird, ab dem das Paar seinen Willen zur Hochzeit gegenüber den Göttern und Ahnen erklärt hat.

Idealerweise findet dies im Rahmen eines Rituals statt, welches vier Grundelemente besitzt:

-Anrufung der Göttin Vár

-Anrufung der Ahnen

-Hochzeitsgelöbnis des Paares

-Segnung und Weihung der Frau mit dem Thorshammer

Die weitere und genaue Ausgestaltung der Hochzeit liegt jedoch beim zukünftigen Ehepaar. Hierbei kann es natürlich hilfreich sein, jemand Drittes als Zeremonieleiter einzusetzen. Für die reine Wirksamkeit der Hochzeit ist dies aber nicht erforderlich.

Abschließendes

Der Text stellt den aktuellen Stand meiner Gedanken zu diesem Thema da. Eure Meinungen zu dem Thema sind mir sehr willkommen.

http://www.gefolgschaftdergoetter.de/board/index.php?page=Thread&postID=2757#post2757

 

Grüße

Ancarus

28 Dez

Die heilige Zahl 3

Ansich bin ich kein Zahlenmystiker, Trotzdem muss ich gestehen, dass ich aktuell sehr von der Tatsache fasziniert bin, welch wichtige Stellung die 3 offensichtlich im Kosmos (sowohl spirituell, als auch weltlich) einnimmt. Mal ein paar Beispiele:

  • Drei Götter haben uns Menschen erschaffen
  • Es gibt drei (Haupt)Nornen
  • König Gylf wird von den drei Hohen unterwiesen (Gylfaginning)
  • Zum Blót werden (i.d.R.) drei Götter angerufen
  • Von den Göttern wurden drei Stände erschaffen
  • Der Weltenbaum beherbergt drei mal drei Welten
  • Die alte Runenreihe besteht aus drei mal acht Runen
  • Im Haupttempel von Uppsala standen drei Götterstatuen

Es gibt sicherlich noch mehr solcher Beispiele in unseren Überlieferungen. Doch auch in der Natur und unserem alltäglichen Leben spielt die 3 offensichtlich eine wichtige Rolle:

  • Unsere Ahnen kannten drei Jahreszeiten
  • So teilt sich das Jahr dann auch in drei Mal vier Monate
  • Es gibt drei Tageszeiten (Morgens, Mittags, Abends)
  • Es gibt drei Grundfarben
  • Um Raum zu definieren, braucht es drei Koordinaten (auch spirituell interessant)
  • Die Zeit wird in drei Teilen wahrgenommen (Vergangenes, Jetzt, Zukunft)

Auch hier lassen sich mit Sicherheit noch weitere Beispiele finden.

Anhand dieser Beispiele gehe ich aktuell davon aus, das dass Verständnis um diese Gesetzmäßigkeiten weiter zum Verständnis der Götter beiträgt. Gerade zu diesem Punkt sinniere ich aktuell über folgenden Gedanken nach:

Wenn ich davon ausgehe, das unser Sein auf der 3 beruht und nun auf die 2 blicke, sehe ich Odin und Frigg, blicke ich nun noch weiter zurück auf die 1, so sehe ich nun Odin den Allvater.

Oder

Allvater (1) und Frigg (2) erschaffen die Welt (3)

Wie sind eure Gedanken dazu? –> http://www.gefolgschaftdergoetter.de/board/index.php?page=Thread&threadID=337

 

Grüße

Ancarus

11 Dez

Annäherung an Yngvi-Freyr

Was in heutiger Zeit leider oft nicht wahrgenommen wird, ist die Tatsache, das Yngvi-Freyr neben Alllvater Odin, Frigg und Thor zu den höchst verehrten Göttern gehört.

So berichtet schon Tacitus in seiner Germania vom Stammesverband der Ingwäonen, welche sich nach Yngvi (damals noch ohne den Beinamen Freyr) benannt haben und diesen als ihren Stammesgott verehrten. Im Hauptheiligutm der Svear (Tempel von Alt-Uppsala) wurde zum Beispiel, neben Odin und Thor, eben auch Yngvi-Freyr verehrt.Nun zu den Aspekten von Yngvi-Freyr:In der Gylfagynning lesen wir über ihn:
„Freyr ist der trefflichste unter den Asen. Er herrscht über Regen und Sonnenschein und das Wachstum der Erde und ihn soll man anrufen um Fruchtbarkeit und Frieden.“

Gerade dieses Zitat macht dann auch deutlich, warum Yngvi-Freyr solch eine hohe Verehrung gebührt. Etwas verkürzt ausgedrückt, war und ist der „fruchtbare Frieden“ der Ideal-Zustand unserer Existenz und Yngvi-Freyr ist jener Gott, welcher uns diesen Zustand schenken kann.

Er ist uns also in ganz besonderer Weise zugetan. Was man auch darin erkennen kann, dass er als König Fródi auf Midgard inkarniert ist. In der Zeit seiner Regentschaft herrschte ein so tiefer und großer Frieden, das man später auch von „Fródis Frieden“ sprach oder auch anders ausgedrückt: Während seiner Regentschaft stellte ein goldenes Zeitalter dar.

Ein weiterer Beleg für seine besondere Zugewandheit zu uns Menschen findet sich in der Gisla Saga Surssonar:
„Es geschah auch etwas, was den Leuten ein noch nie dagewesenes Wunder zu sein schien: Auf der Südseite von Thorgrims Grabhügel blieb der Schnee niemals liegen noch fror es dort. Daraus glaubten sie sehen zu können, wie lieb Thorgrimr dem Freyr durch seine Opfer geworden sei, dass er nicht duldete, dass es zwischen ihn fröre.“

Bei diesem Zitat lässt sich auch ein weiterer Aspekt Yngvi-Freyr´s erkennen. Er ist der wärme spendende und damit auch leben schenkende Aspekt der Sonne. Dies lässt sich auch sehr gut durch die naturmythologische Deutung des Skirnsför-Mythos (ältere Edda) erkennen. Darauf bezugnehmend ist also Yngvi-Freyr auch Gott des Sonnenfeuers.

Was uns dann zu einem sehr wichtigen, weiteren Aspekts dieses Gottes führt. Denn mythologisch ist das Sonnenfeuer sehr eng mit dem heiligen Feuer auf Midgard verbunden. So findet sich Yngvi-Freyr im heiligen Blót-Feuer wider und im wärme spendenden Aspekt es irdischen Feuers. Yngvi-Freyr ist somit auch Feuergott.

Das Verständnis um diesen Aspekt Yngvi-Freyr´s lässt sich auch sehr gut durch einen Blick auf die hinduistische Entpsrechung dieses Gottes vertiefen: Gott Agni

Auch die Rune Ingwaz stellt eine großartige Möglichkeit dar, sich Yngvi-Freyr zu nähern, ist diese Rune ja ihm geweiht. Bezeichnenderweise steht diese Rune auch für Feuer.

Für Fragen und Anregungen zum Thema: http://www.gefolgschaftdergoetter.de/board/index.php?page=Thread&threadID=332

 

Grüße
Ancarus