30 Mrz

Týr

Übersicht

Týr ist Gott des Krieges, der Tapferkeit, der Kühnheit und des Things. In der Gylfaginning können wir über ihn lesen:

Der Hohe sagte: „Es gibt noch einen Asen, der Tyr heißt. Er ist am kühnsten und berherztesten, un er bestimmt sehr stark über den Sieg in Schlachten. Für tapfere Männer ist es gut, ihn anzurufen. Man sagt, daß der tyr-mutig ist, der den anderen Männern voraus ist und sich nicht vorsieht. Er ist auch so klgut, daß gesagt wird, derjenige sei tyr-weise, der außerordendlich klug ist.

Der Name und Stellung

Etymologisch bedeutet Týr schlicht „Gott“. Da die griechischen und römischen Namen „Zeus“ und „Jupiter“ aus der gleichen „Wurzel“ wie Týr entstammen, gehen viele Wissenschaftler davon aus, das Týr einst höchster Gott war und später von Wodan/Odin abgelöst wurde.
Dieser Vorstellung muss ich klar widersprechen, sind doch schon unsere Überlieferungen da ganz eindeutig. Desweiteren gibt noch ein weitere Indiz: So zeigt zum Beispiel das Felsbild von Litlesby (Aus der Bronzezeit) eine Gottheit mit Speer. Das bemerkenswerte an dem Bild ist, das es zu einer Reihe weiterer Götterdarstellungen gehört, die anderen aber alle an Größe überragt. Für mich ein Hinweis, das es eben der größte/höchste Gott hier dargestellt wird und der Speer ist ganz eindeutig das Attribut von Odin/Wodan. Was wiederum auch von verschiedenen Wissenschaftlern auch so gesehen wird. Wir sehen also, auch das Bild der Wissenschaftler ist da garnicht so eindeutig, wie es mitunter gerne behauptet wird.

Ich denke das Týr in Urzeiten „nur“ ein Titel war. Noch heute kennen wir ja Hangatýr oder Fimbultýr als Beinamen von Wodan/Odin. Dementsprechend halte ich es auch für möglich, das Wodan/Odin in Urzeiten Tiwaz (das urgemanische Wort aus dem sich Tyr entwickelt hat) war. Unsere urältesten Ahnen Wodan/Odin also erstmal nur unter seinem Titel kannten bzw verehrten. Irgendwann später änderte sich dies und unsere Ahnen fingen an Allvater mit seinem Eigennamen zu verehren. Gleichzeitig ging der Eigenname des Gottes, den wir heute als Týr kennen, verloren bzw der einstige Titel wurde zum Eigennamen.

Herkunft

Scheinbar gibt es da widersprüchliche Aussagen in den Quellen. So sagt in der Hymiskvidha Tyr selbst Hymir (ein Riese) sein Vater sei.

In der Gylfaginning und im Skáldskaparmál können wir jedoch lesen, das Týr Ase und Odins Sohn ist.

Nun ist es aber auch, das am Ende der Hymiskvidha Thor Hymir tötet. Wäre nun Hymir tatsächlich der Vater von Tyr gewesen, hätte Tyr diesen Tot rächen müssen. Dies tut er aber nicht und somit muss „Vater“ hier anders gemeint sein. Vielleicht in Richtung „väterlicher Freund“ oder „Ziehvater“

Dazu kommt das alle (männlichen) Götter asischer oder vanischer Herkunft sind. Die einzige Ausnahme bildet da Loki, doch kommt bei Loki seine riesische Herkunft in den Mythen auch klar zum Vorschein, was bei Tyr nun mal gar nicht der Fall ist.

11 Dez

Annäherung an Yngvi-Freyr

Was in heutiger Zeit leider oft nicht wahrgenommen wird, ist die Tatsache, das Yngvi-Freyr neben Alllvater Odin, Frigg und Thor zu den höchst verehrten Göttern gehört.

So berichtet schon Tacitus in seiner Germania vom Stammesverband der Ingwäonen, welche sich nach Yngvi (damals noch ohne den Beinamen Freyr) benannt haben und diesen als ihren Stammesgott verehrten. Im Hauptheiligutm der Svear (Tempel von Alt-Uppsala) wurde zum Beispiel, neben Odin und Thor, eben auch Yngvi-Freyr verehrt.Nun zu den Aspekten von Yngvi-Freyr:In der Gylfagynning lesen wir über ihn:
„Freyr ist der trefflichste unter den Asen. Er herrscht über Regen und Sonnenschein und das Wachstum der Erde und ihn soll man anrufen um Fruchtbarkeit und Frieden.“

Gerade dieses Zitat macht dann auch deutlich, warum Yngvi-Freyr solch eine hohe Verehrung gebührt. Etwas verkürzt ausgedrückt, war und ist der „fruchtbare Frieden“ der Ideal-Zustand unserer Existenz und Yngvi-Freyr ist jener Gott, welcher uns diesen Zustand schenken kann.

Er ist uns also in ganz besonderer Weise zugetan. Was man auch darin erkennen kann, dass er als König Fródi auf Midgard inkarniert ist. In der Zeit seiner Regentschaft herrschte ein so tiefer und großer Frieden, das man später auch von „Fródis Frieden“ sprach oder auch anders ausgedrückt: Während seiner Regentschaft stellte ein goldenes Zeitalter dar.

Ein weiterer Beleg für seine besondere Zugewandheit zu uns Menschen findet sich in der Gisla Saga Surssonar:
„Es geschah auch etwas, was den Leuten ein noch nie dagewesenes Wunder zu sein schien: Auf der Südseite von Thorgrims Grabhügel blieb der Schnee niemals liegen noch fror es dort. Daraus glaubten sie sehen zu können, wie lieb Thorgrimr dem Freyr durch seine Opfer geworden sei, dass er nicht duldete, dass es zwischen ihn fröre.“

Bei diesem Zitat lässt sich auch ein weiterer Aspekt Yngvi-Freyr´s erkennen. Er ist der wärme spendende und damit auch leben schenkende Aspekt der Sonne. Dies lässt sich auch sehr gut durch die naturmythologische Deutung des Skirnsför-Mythos (ältere Edda) erkennen. Darauf bezugnehmend ist also Yngvi-Freyr auch Gott des Sonnenfeuers.

Was uns dann zu einem sehr wichtigen, weiteren Aspekts dieses Gottes führt. Denn mythologisch ist das Sonnenfeuer sehr eng mit dem heiligen Feuer auf Midgard verbunden. So findet sich Yngvi-Freyr im heiligen Blót-Feuer wider und im wärme spendenden Aspekt es irdischen Feuers. Yngvi-Freyr ist somit auch Feuergott.

Das Verständnis um diesen Aspekt Yngvi-Freyr´s lässt sich auch sehr gut durch einen Blick auf die hinduistische Entpsrechung dieses Gottes vertiefen: Gott Agni

Auch die Rune Ingwaz stellt eine großartige Möglichkeit dar, sich Yngvi-Freyr zu nähern, ist diese Rune ja ihm geweiht. Bezeichnenderweise steht diese Rune auch für Feuer.

Für Fragen und Anregungen zum Thema: http://www.gefolgschaftdergoetter.de/board/index.php?page=Thread&threadID=332

 

Grüße
Ancarus